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Interview mit FATEN EL (Künstlerin & Studentin) / ADIMLAR Europa

Guten Tag Frau Faten – El,

vielen Dank, dass Sie sich zu diesem Interview bereiterklärt haben.

Die Informationen werden wir selbstverständlich vertraulich behandeln und ohne Änderungen veröffentlichen.

Wenn Sie damit einverstanden sind, fangen wir gleich an.

 

ADIMLAR: Wir kennen Sie von der Freiheit für Palästina Demonstrationen in Berlin. Können Sie bitte etwas über sich erzählen? Beruf – Studium ?

Faten – El: Salam, gerne. Ich bin Faten aus Berlin und Studentin. Also noch. InschAllah bin ich im Sommer 2015 mit meinem Masterstudium Politikwissenschaften fertig.

ADIMLAR: Was ist Ihr berufliches Ziel?

Faten – El: Wenn man so fragt, dann erstens nicht arbeitslos zu werden. Und zweitens Spaß und vor allem Sinn an meiner Arbeit finden.

ADIMLAR: Sie schreiben Gedichte und lesen Sie selbst vor der Öffentlichkeit. Diese Art von Kunst nennt man Slam! Wie würden Sie diese Kunst-Art selbst beschreiben?

Faten – El: Genau es gibt Poetry Slam und Spoken Word – beides ist öffentliche Dichtkunst mit kleinen, aber feinen Unterschieden. Ich mache Poetry Slam seit ich i,Slam kenne bzw. eher die Gründer von i,Slam. Ich kann die Art des künstlerischen Vortragens selber gar nicht gut beschreiben. Poetry Slam steht aber kurz für Dichterwettstreit. Eigene Texte werden vorgetragen und durch Performance vorgelebt. Das Publikum bestimmt den Sieger. Wie bei jedem Wettstreit gibt es natürlich auch Regeln.

ADIMLAR: Worüber schreiben Sie? Und welches ist Ihr Lieblings-Werk?

Faten – El: Ich bin dafür bekannt, dass ich über politische Texte schreibe, besonders über Palästina und den Nahostkonflikt. Das stimmt, weil mir Palästina sehr am Herzen liegt. Deshalb sehe ich das aber nicht wirklich als politisches Thema, sondern es ist für mich ein persönliches Thema wie andere Themen auch über die ich schreibe. Allgemein sind meine Texte gesellschaftskritisch und regen Emotionen an.

Ich habe kein Lieblingswerk, aber viele Lieblingswerke von meinem Lieblingsautor: Mahmoud Darwish.

ADIMLAR: Sie sind aus Palästina? Muslime? Wie sehen Sie den Konflikt zwischen den Terror und Zionisten Staat Israel und Palästina (Gaza)?

Faten – El: Ja, mein Vater und meine Großeltern von beiden Seiten sind aus Palästina. Ich bin hier geboren und damit Deutsch-Palästinenserin. Der Nahostkonflikt ist ein Konflikt, der kein Ende findet wegen der Ungerechtigkeit, Ignoranz, Lobbyarbeit und vor allem wegen verkehrten Schuldgefühlen, die nichts mehr mit der Gegenwart zu tun haben – ebenso wenig wie die einstigen Opfer des Naziregimes mit den Handlungen der zionistischen Regierung Israels zu tun haben.

ADIMLAR: Wie sehen Sie in unserer Zeit die islamische Welt? Die Muslime? Was sollen Sie machen? Wie sollen Sie werden?

Faten – El: So viel Negatives geschieht im Namen des Islams und so viel Negatives schreibt man über den Islam und Muslime, sei es in Deutschland oder woanders auf der Welt. Wenn ich nur an die “islamischen Organisationen”, unterstützt von Imperialisten, denke, dreht sich mir der Magen. Ich blicke mit Furcht auf diese Entwicklungen, die immer weiter voranschreiten und eine schöne, friedliche und tolerante Religion mit Dunkelheit bedecken und die Muslime wie auch Nichtmuslime, sprich Menschen, als Feinde haben. Wir Muslime müssen endlich eine Einheit anstreben und alles dafür tun, den wahren Islam nicht nur nach innen, sondern auch nach außen zu praktizieren.

ADIMLAR: Was ist oder heißt Islam für Sie?

Faten – El: Islam bedeutet nicht nur der Glaube an Allah swt. und gottergeben zu sein nach dem Vorbild des Propheten sws. Es ist für mich ein Glaube, an dem ich mich in Zeiten der Freude und Trauer anlehnen kann und in dem ich innere Ruhe finde.

ADIMLAR: Haben Sie noch eine letzte Nachricht an die muslimische Jugend??

Faten – El: Heutzutage wird es in westlichen Ländern zur Herausforderung, den Islam zu leben. Doch trotz der negativen Bilder und Entwicklungen oder gerade deswegen, liegt es an uns, uns nicht zurückzuziehen und zu distanzieren, sondern unsere Religion von der richtigen Seite zu zeigen und auf die Menschen zuzugehen sowie die Probleme, die sich uns stellen, anzugehen. Jeder kann das von uns auf seiner Art und Weise, ob in der Schule, bei der Arbeit, in der Nachbarschaft oder im Sportverein.

 

Vielen Dank und vielleicht auf ein 2. Interview

Mit aufrichtigen und revolutionären Grüßen
ADIMLAR Europa Zeitschrift

 

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