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OBAMAS CHAOSSTRATEGIE – Jürgen Todenhöfer

ES GEHT NICHT UM ‘IS’, ES GEHT UMS ÖL. AVANTI DILETTANTI!

Liebe Freunde, heute gedenke ich der fast 3000 überwiegend amerikanischen Zivilisten, die am 11.9.2001 von Al Qaida ermordet wurden. Aber auch der halben Million Iraker und der mehr als 100.000 Afghanen, die durch die ‘Anti-Terrorkriege’ ums Leben kamen.

AUCH OBAMAS ANTITERROR-STRATEGIE WIRD SCHEITERN, WENN ER SICH NICHT ENDLICH UM DIE URSACHEN DES TERRORS KÜMMERT. Niemand kommt als Terrorist zur Welt. Weder Al Qaida-, noch IS-Terroristen. Wenn der Westen die arabische Welt genauso großzügig behandeln würde wie Israel, gäbe es keinen ‘islamistischen’ Terror. Doch der Westen, der die muslimische Welt Jahrhunderte lang überfallen, vergewaltigt und ausgebeutet hat, sieht im Mittleren Osten nur eine Erdölkolonie. Die er überfallen oder bombardieren kann, wann immer es ihm passt. In der jede Regierung nach seiner Pfeife tanzen muss, um nicht auf der Schurken-Liste der USA zu landen.

DIE WICHTIGSTE WESTLICHE ANTITERROR-STRATEGIE WÄRE GERECHTIGKEIT GEGENÜBER DER MUSLIMISCHEN WELT. Auch gegenüber Palästina. Doch davon ist der Westen Lichtjahre weit entfernt. Die muslimische Welt hat sich gegen ihre Unterwerfung und Ausbeutung durch den Westen in der Vergangenheit in unterschiedlicher Weise gewehrt: Durch Anpassung und Imitation des Westens, durch gewaltlosen Widerstand, durch legalen gewaltsamen Widerstand und als als all diese Strategien erfolglos blieben, durch erbarmungslos mörderischen, illegalen Terrorismus, der auch Zivilisten nicht mehr schonte. Maßlos und inakzeptabel. Die Terroristen von heute kämpfen dabei nicht nur gegen den Westen, sondern auch gegen ihre eigenen Regierungen, die sie als erfolglos oder als Agenten des Westens ansehen. Viele Regierungen sind leider in der Tat gekaufte Marionetten des Westens.

Der Westen erkennt nicht, dass es seine eigene Gewalt ist, die sich in Terrorismus entlädt und als Bumerang auf ihn zurückschlägt. Dass dieser Terrorismus erst dann enden wird, wenn der Westen seine aggressive Politik gegenüber der muslimischen Welt ändert. Er er sieht nicht ein, dass er selbst viel gewalttätiger ist als die Terroristen, die er bekämpft. Sogenannte islamistische Terroristen haben seit 9/11 im Westen fast 3.500 unschuldige Menschen ermordet. Sogenannte christliche Politiker des Westens ermordeten bei ihren angeblichen Antiterrorkriegen jedoch allein in Afghanistan, Pakistan, Irak, Somalia und Jemen weit über 600.000 unschuldige Muslime.

Obama setzt diese Politik fort. Er weiß genau, dass er den Terrorismus so nicht besiegen kann, sondern eher weitere Terroristen züchtet. Aber darum geht es ihm auch nicht. ES GEHT NICHT UM IS, ES GEHT UM ÖL. Die Weltöffentlichkeit mag über den Terror von IS entsetzt sein. OBAMA hingegen haben die Untaten des IS, den es ohne die USA gar nicht gäbe, offenbar weniger beeindruckt. Sonst hätte er viel früher interveniert. Noch vor einem Jahr wollte er bekanntlich gegen die erklärten Feinde von IS, die syrische Regierung, intervenieren. Obama geht es um Öl, um die Vormacht der USA im Mittleren Osten und um eine Verbesserung seines angeschlagenen Images. IS ist ein willkommener Vorwand zur Erreichung dieser Ziele. “Avanti dilettanti” könnte man dieser wirren und unehrlichen Politik zurufen.

Obama will IS offensichtlich auch nicht völlig ausschalten. Wer weiß, wofür er die Organisation noch brauchen kann. 148 Bomben-Einsätze ließ er nach Aussagen seines ‘Central Command’ vom 8. August bis zum 8. September gegen IS fliegen. Gegenüber 2000 Einsätzen pro Tag (!) im Golfkrieg gegen den Irak 1991. Die Bombenschläge der USA haben bereits über 1000 irakischen Zivilisten das Leben gekostet. Tausende weitere Zivilisten werden sterben. Durch sogenannte islamistischen Terroristen und durch angeblich christliche Piloten Obamas. Es sind ja ‘nur’ arabische Zivilisten, die da sterben. Es ist das alte, schmutzige Spiel.

Die Tragödie des Irak ist Amerikas Schande. Robert Kaplan, Ex-Berater des US-Verteidigungsministers Robert Gates und einst leidenschaftlicher Befürworter des Irakkriegs 2003 schreibt heute resigniert: “Im Irak war die totalitäre Diktatur menschlicher als die Anarchie, die ihr folgte. Wir Amerikaner haben den Irakern die Anarchie gebracht”. Der anarchische Bürgerkrieg zwischen Schiiten und diskriminierten Sunniten hat den Vormarsch von IS erst ermöglicht. Deshalb werden die Amerikaner mit ihren Bomben wieder nichts erreichen. DIE EINZIGE STRATEGIE, DIE DAS IS-PROBLEM LÖSEN WÜRDE, IST DIE VÖLLIGE AUSSÖHNUNG VON SCHIITEN UND SUNNITEN. Doch die amerikanische Politik lebt von der Uneinigkeit in der arabischen Welt.

Es ist eine Schande, dass die meisten arabischen Regierungen dieses Spiel mitspielen. Dass sie nicht versuchen, aus ihrer Lakaien- und Marionettenrolle herauszukommen. Durch EINIGKEIT in ihren eigenen Reihen. So wie sich nach dem 2. Weltkrieg die europäischen Staaten geeinigt haben. Deshalb rufe ich den muslimischen Völkern zu: ENTWICKELT ENDLICH EINE STARKE WIRTSCHAFTLICHE UND POLITISCHE UNION! Fallt nicht länger auf die Strategie des Westens ‘Divide et impera-Teile und herrsche!’ herein! Irgendwann wird es ja hoffentlich auch in der muslimischen Welt wieder Regierungen geben, auf die ihre Bevölkerungen stolz sein können. Wie in den Blütezeiten des Islam. Langfristig liegt das auch im Interesse des Westens.

Die muslimische Welt muss sich dazu aus der westlichen Abhängigkeit lösen und ihren eigenen Weg gehen. SELBSTBESTIMMUNG STATT FREMDBESTIMMUNG muss das Ziel sein. Die muslimische Welt muss sich langsam aber sicher von den in ihren Ländern stationierten westlichen Truppen befreien, die vor allem dem Schutz korrupter, vom Westen gestützter Regierungen dienen. Gegen eine geeinte, ihr politisches Schicksal selbst bestimmende muslimische Welt hätten westliche Interventionisten und auch die Seuche des Terrorismus keine Chance. Daher noch einmal: Muslime aller Länder vereinigt Euch! Wacht endlich aus Eurem politischen Dornröschenschlaf auf! Die Welt gehört den Wachen.

Jürgen Todenhöfer
Ehemaliger Politiker, Medienmanager sowie Publizist. Autor von “Du sollst nicht töten”.

(Die Ideen und Meinungen in diesem Zitat gehört dem Autors.
Die ideologischen und politischen kontras Meinungen binden ADIMLAR Zeitschrift nicht.)

ADIMLAR Zeitschrift

 

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