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Platon – Begründer der abendländischen Denkens

Platon, auch “Plato” genannt , war ein Schüler des Sokrates, dessen Denken und Methode er in vielen seiner Werke schilderte. Die Vielseitigkeit seiner Begabungen und die Originalität seiner wegweisenden Leistungen als Denker und Schriftsteller machten Platon zu einer der bekanntesten und einflussreichsten Persönlichkeiten der Geistesgeschichte. In der Metaphysik und Erkenntnistheorie, in der Ethik, Anthropologie, Staatstheorie, Kosmologie, Kunsttheorie und Sprachphilosophie setzte er Maßstäbe auch für diejenigen, die ihm – wie sein Schüler Aristoteles – in zentralen Fragen widersprachen.
Im literarischen Dialog sah Platon die allein angemessene Form der schriftlichen Darbietung philosophischen Bemühens um Wahrheit. Aus dieser Überzeugung verhalf er der noch jungen Literaturgattung des Dialogs zum Durchbruch und schuf damit eine Alternative zur Lehrschrift und zur Rhetorik als bekannten Darstellungs- und Überzeugungsmitteln.
Ein Kernthema ist für Platon die Frage, wie unzweifelhaft gesichertes Wissen erreichbar ist und wie man es von bloßen Meinungen unterscheiden kann.
Die Aufgabe des Staates sieht Platon darin, den Bürgern dafür optimale Voraussetzungen zu schaffen und Gerechtigkeit umzusetzen. Daher setzt er sich intensiv mit der Frage auseinander, wie die Verfassung eines Idealstaates diesem Ziel am besten dienen kann.
In späteren Werken tritt die Ideenlehre teils in den Hintergrund, teils werden Probleme, die sich aus ihr ergeben, kritisch beleuchtet.
Im Bereich der Naturphilosophie und Kosmologie jedoch, dem sich Platon im Alter zuwendet, weist er den Ideen bei seiner Erklärung des Kosmos eine maßgebliche Rolle zu.
Platon gründete die Platonische Akademie, die älteste institutionelle Philosophenschule Griechenlands, von der aus sich der Platonismus über die antike Welt verbreitete. Das geistige Erbe Platons beeinflusste auch islamische Denker auf vielfältige Weise.

Platon–Der-Staat – PDF


ZITATE:

Ich hatte an ganz andere Dinge zu denken als an mich

Die echten Philosophen üben sich im Sterben

Tugend ist Gesundheit und Schönheit und Wohlgestalt der Seele. Laster aber Krankheit und Häßlichkeit und Schwäche.

Denn Harmonie ist Zusammentönen, Zusammentönen aber ist Übereinstimmen. Übereinstimmung kann aber unmöglich aus Gegensätzen bestehen, solange sie auseinander streben.

Unter den seligen Göttern allein ist Eros, wenn das zu sagen erlaubt und nicht zu vermessen ist, der Seligste, er, der Schönste und Beste.

Gelänge es uns, einen Staat oder ein Heer aus Liebespaaren zu bilden, so wäre es unmöglich, daß sie das Ihre noch besser in Ordnung hielten, als da sie sich von Schlechtem fernhielten und im Edlen miteinander wetteiferten.

Die wahre Schrift, von welcher die Buchstabenschrift nur ein Schattenbild ist, das ist die beseelte, lebendige Rede.

Liebe ist das Verlangen nach Zeugung im Schönen sowohl in Bezug auf die Seele wie auf den Körper.

Bei dem Dichter Sophokles war ich einmal, als er eben von einem gefragt wurde: Wie steht es, Sophokles, um die Liebeslust? Kannst du wohl noch einer Frau beiwohnen? Der sprach: Stille doch, lieber Mensch! Wie gern bin ich davon losgekommen, als käme ich von einem tollen und wilden Herrn los! Die Rede gefiel mir schon damals sehr und auch jetzt noch nicht minder. Denn auf alle Weise hat man von dergleichen im Alter große Ruhe und Freiheit. Und wenn die Begierden aufgehört haben zu treiben und nun nachlassen: so ist das auf alle Weise wie es Sophokles ausdrückt: man wird gar vieler und toller Gebieter entledigt.

Wird er nun nicht in der ersten Zeit wohl alle anlächeln und begrüßen, wem er nur begegnet, und behaupten, er sei gar kein Tyrann und ihnen vielerlei versprechen einzeln und gemeinsam, wie er denn auch Befreiung von Schulden und Verteilung von Äckern dem Volk gewährt und denen, die ihn umgeben, und wird sich gegen alle günstig und mild stellen? – Notwendig, sagte er. – Wenn er aber, denke ich, mit den äußeren Feinden sich teils vertragen, teils sie aufgerieben hat und also Ruhe vor jenen geworden ist, dann regt er zuerst immer irgendeinen Krieg auf, damit das Volk eines Anführers bedürfe.

Sokrates: “Und die Feinde? Muß man auch ihnen bezahlen, was man ihnen schuldig geworden ist?”
Polemarchos: “Allerdings; was man ihnen schuldig ist, muß man bezahlen. Ich glaube, der Feind schuldet dem Feinde Böses; so gebührt es sich!”

Das Gemeinsame stützt den Staat, das Selbstsüchtige löst ihn auf; deshalb ist es für beide nützlich, wenn das Gemeinsame dem Einzelnen vorgestellt wird.

Gott macht die Freunde, Gott bringt den Freund zum Freunde.

Die Angelegenheiten der Menschen sind großer Beachtung nicht wert.

Wenn nicht entweder die Philosophen Könige werden in den Städten oder die, die man heute Könige und Machthaber nennt, echte und gründliche Philosophen werden, so wird es mit dem Elend kein
Ende haben, nicht für die Städte und auch nicht für das menschliche Geschlecht.

So oft ein Mensch ein irdisch Schönes hier erblickt, so erinnert er sich der wahren Schönheit, und es wachsen ihm Flügel, und er möchte auffliegen, wieder zu ihr.

Wer sich ausschließlich körperlich bildet, wird allzu roh, wer sich auf musische Bildung beschränkt, wird weichlicher, als ihm gut ist.

Sieben Jahre schweigender Forschung werden gefordert, um zu lernen, was wahr ist, vierzehn, um zu wissen, wie man es seinen Brüdern kundzutun hat.

Das Gemüt des Kindes muß fern von Verzärtelung, welche empfindlich, zornig und mürrisch macht, wie von zu großer Strenge, welche Kleinmut und Sklavensinn erzeugt, in einer möglichst frohen und heiteren Stimmung gehalten werden.

.. und daß ein der Forschung entbehrendes Leben nicht wert ist, daß ein Mensch es führe.

Alles, was nach Ordnung, Maß und Gesetz geschieht, erzeugt Gutes. Das Untergeordnete und schlecht Eingeleitete ist dagegen an sich schädlich und löset auch das Wohlgeordnete auf.

Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen, als im Gespräch in einem Jahr.

Die schlimmste Art der Ungerechtigkeit ist die vorgespielte Gerechtigkeit.

Schönheit bietet eine natürliche Überlegenheit.

Liebe macht blind.

Von der Liebe berührt, wird jeder zum Dichter.

Der Tugendhafte begnügt sich, von dem zu träumen, was der Böse im Leben verwirklicht.

Wenn zwei Knaben jeder einen Apfel haben und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen. Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken.

Weise reden, weil sie etwas zu sagen haben, Toren sagen etwas, weil sie reden müssen.

Wenn einer einem kranken Menschen, der gesundheitswidrig lebt, zu raten hat, was darf er anderes tun, als zuerst dessen Lebenshaltung ändern und dann erst, wenn jener ihm darin gehorchen will, ihm weitere Anweisungen zu geben. Will er aber nicht gehorchen, so werde ich nur den, der auf weitere Behandlung verzichtet, als wahren Arzt und als rechten Menschen bezeichnen und dafür den, der sich das bieten läßt, als schwachen Menschen und schlechten Arzt.

Sterne beschaust du, mein Stern. O wär ich der nächtliche Himmel, hätte der Augen so viel, dich zu beschauen wie er.

Der Weise ist Führer und regiert, der Unwissende möge ihm folgen.

Wir leben in Lebens Überdruß, in Scheu des Todes.

Der Wein ist ein Geschenk der Götter, sie haben den Wein dem Menschen aus Erbarmen gegeben.

Ängste bleiben nie dieselben an einem Menschen: Die einen entstehen, die anderen vergehen.

Es ist keine Schande nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.

Es gibt nichts Göttlicheres als die Erziehung. Durch Erziehung wird der Mensch erst wahrhaft Mensch.

Man darf die Erziehung nicht geringschätzen, da sie unter den größten Gütern welche den besten Menschen zuteil werden, den ersten Rang einnimmt.

Die Natur ist ein Brief Gottes an die Menschheit.

- Geld im Alter: Besser sterbend den Gegnern etwas hinterlassen als lebend die Freunde anbetteln.

Die Philosophen sollen Könige, die Könige Philosophen sein.

Die Philosophie bietet mir einen Hafen, während ich andere mit den Stürmen kämpfen sehe.

Wartest du auf eine Gelegenheit zum Philosophieren, so hast du sie schon verpaßt.

Der Schlaf ist ein kurzer Tod, der Tod ein langer Schlaf.

Der Blick des Verstandes fängt an scharf zu werden, wenn der Blick der Augen an Schärfe verliert.

Als Naturwesen bleibt der Mensch an den Körper gebunden, als Geisteswesen aber hat er Flügel.

Der Fehler begleitet den Menschen.

Liebe: eine schwere Geisteskrankheit.

Ehrenwert ist der Mann, der selbst kein Unrecht tut, und doppelter und dreifacher Ehre wert, wenn er auch nicht geschehen läßt, daß andere Unrecht tun.

Aus der Demokratie entwickelt sich, wenn Freiheit im Übermaß bewilligt wird, die Tyrannei.

Im menschlichen Leben ist nichts so wichtig

So wie die – Weltseele – vor der großen Ordnung, die das Weltall formte, bestanden haben muß, da ohne ihr göttliches Walten die große Ordnung nicht möglich gewesen wäre, so belebt auch die unkörperliche und unsterbliche Seele den Menschen vom Augenblick der Geburt an. Die Seele hat einen weiten Weg zurückgelegt und vermittelt dem neuen Leben, das durch ihre Verbindung mit dem Körper entsteht, Erfahrungen und Erinnerungen aus früheren Verkörperungen, die sie mitgemacht hat. Durch das Leben vor dem Leben sind gewisse Eignungen und Erkenntnisse angeboren. Sie müssen bis zur Vollkommenheit weiterentwickelt werden, um der höchsten Idee, dem Guten, zu entsprechen. Nur durch die Läuterung in einem Leben nach dem anderen kann die Seele, von der Wiedergeburt befreit, die immerwährende Glückseligkeit finden.

Tritt der Tod den Menschen an, so stirbt das Sterbliche an ihm, das Unsterbliche und Unvergängliche zieht wohlbehalten ab, dem Tod aus dem Wege.

Etwas gar so Treffliches ist also Gerechtigkeit nicht, Freund.

Du fühlst die bittere Enttäuschung, wenn du Güte anbietest und sie dir mit Unrecht vergolten wird.

Übergroße Freiheit schlägt in nichts anderes um als in übergroße Knechtschaft. Das gilt für die einzelnen wie für den ganzen Staat.

Mit der Hochzeit fängt die Abnutzung des Mannes an, für die Frau ist sie ein Zeichen des Aufbruchs.

Sehet zu Kinder, daß ihr eure Muße zu etwas Gutem anwendet!

Das Wahre wird nie widerlegt.

Wir haben nur einen kleinen Teil des Erdkreises inne, in dem wir uns wie Frösche um einen Sumpf angesiedelt haben.

Diejenigen, welche die Jugend erziehen, sollen derselben als Muster ihre eigene Heiligkeit darbieten.

Der höchste Grad von Ungerechtigkeit ist die erheuchelte Gerechtigkeit.

In der Tat, so sagt man, liegt im Streben des Ungerechten Wahrhaftigkeit. Er lebt nicht für den Schein; er will nicht ungerecht scheinen, sondern es sein.

Das Unterliegen im Kampf mit sich selbst ist nichts anderes als Unwissenheit, wie die Herrschaft über sich selbst nichts anderes ist als Weisheit.

Die Menschen fürchten Ungerechtigkeit, weil sie Angst haben, ihr zum Opfer zu fallen, nicht weil sie es verabscheuen, sie zu begehen.

Einem Kind, das sich im Dunkeln fürchtet, verzeiht man gern. Tragisch wird es erst, wenn Männer das Licht fürchten.

Niemand weiß, was der Tod ist. Nicht einmal, ob er nicht für den Menschen das Größte ist unter allen Gütern.

Weder erlittenes Unrecht vergelten, noch Böses zufügen darf man irgendeinem Menschen, mag man auch noch so schwer von ihm zu leiden haben.

Lerne Zuhören und du wirst auch von denjenigen deinen Nutzen ziehen, die dummes Zeug reden.

Der Anfang ist der wichtigste Teil der Arbeit.

All diese Vielfalt am Himmel…; man muß ihn zu den Mustern an Schönheit und Genauigkeit zählen.

Am allererdrückendsten sind doch die Leute, die Gesetze erlassen und ständig erneuern, stets im Glauben, den Betrügereien im Geschäftsleben Schranken setzen zu können, ohne zu ahnen, daß sie in Wirklichkeit einer Hydra Köpfe abschneiden.

Die Zeit ist das bewegte Bild der Ewigkeit.

Die Gewohnheit ist keine Kleinigkeit.

Wertvoller als alle Güter ist ein zuverlässiger und tugendhafter Freund.

Die größte Behinderung des Lebens liegt darin, ständig auf seine Gesundheit zu achten.

Glücklich sind die Menschen, wenn sie haben, was gut für sie ist.

Es ist nicht bloß anständig, sondern meist auch zweckmäßig für den rechtlichen Mann, wenn er etwas von seinem Rechte nachläßt.

Nicht dazu sitzt der Richter da, um das Recht als Gunst zu gewähren, sondern um es als Urteil zu sprechen.

Vergebens klopft, wer ohne Wein ist, an der Musen Pforte an.

Seid im Sieg nicht überheblich!

Das extreme Trachten nach dem, was in der Demokratie als gut gilt, stürzt die Demokratie.

Kultur ist der Sieg der Überzeugung über die Gewalt.

Ich kenne keinen sicheren Weg zum Erfolg, nur einen zum sicheren Mißerfolg es jedem recht machen zu wollen.

Glaubst du, man könne in Bewunderung mit etwas verkehren, ohne es nachzuahmen?

Man soll schweigen oder Dinge sagen, die noch besser sind als das Schweigen.

Willst du den Körper heilen, mußt du zuerst die Seele heilen.

Philosophen sind die, welche das erfassen können, was sich immer gleich ist. Sie lieben stets jenes Wissen, welches ihnen etwas von dem Sein offenbart, das durch kein Entstehen und Vergehen verändert wird.

Duldet ein Volk die Untreue und die Fahrlässigkeit von Richtern und Ärzten, so ist es dekadent und steht vor der Auflösung.

Jedes Ersinnen eines noch nicht Seienden, welches dazu gebracht wird, aus dem Nichtsein in das Sein überzutreten, ist Dichtung.

Das Denken ist das Selbstgespräch der Seele.

Die Liebe ist ein Zeugen im schönen, sei es im Leibe oder in der Seele.

Man kann nicht denken, wenn man es eilig hat.

Ich habe kaum jemals einen Mathematiker kennengelernt, der in der Lage war, vernünftige Schlußfolgerungen zu ziehen.

Die ständige Sorge um die Gesundheit ist auch eine Krankheit.

Die ganze Sinnenwelt strebt danach zu sein wie die Ideenwelt, vermag es aber nicht, sondern bleibt dahinter zurück.

Der ist der Weiseste, der wie Sokrates einsieht, daß er wirklich, was Weisheit anbelangt, nichts wert ist.

Weil du ein Mensch bist, hast du geirrt.

Nun freilich starren Sinnes zu behaupten, daß das, was ich gesprochen habe, auch unbedingte Wahrheit sei, das schickt sich nicht für einen, der zu denken pflegt.

Der Reichtum erzeugt Verschwendung, Trägheit und Neuerungssucht.

Der Zugang zur Macht muß Menschen vorbehalten bleiben, die nicht in sie verliebt sind.

Wahrheit ist eine gerechte und dauerhafte Sache. Sie ist der angenehmste aller Töne.

Die Notwendigkeit ist die Mutter der Erfindung.

Wer zur Gemeinschaft unfähig ist, der ist es auch zur Freundschaft.

Es gibt ein Auge der Seele, mit ihm allein kann man die Wahrheit sehen.

Denn niemand weiß, was der Tod ist, nicht einmal ob er nicht für den Menschen das größte ist unter allen Gütern. Sie fürchten ihn aber, als wüßten sie gewiß, daß er das größte Übel ist.

Aber nunmehr ist es Zeit, daß wir gehen, ich, um zu sterben, ihr, um zu leben. Wen von uns das bessere Los erwartet, das weiß niemand als Gott allein.

Die Trinkgelage, bei denen ein gelegentlicher Rausch nicht ausgeschlossen sein soll, sind als pädagogische Übungen zu organisieren, welche den Trinkenden zur Ertragung von Lust und Genuß geschickt machen, ihn lehren sollen, in der Befriedigung seiner Begierden Herr seiner selbst zu bleiben.

Wohlan, mein lieber Freund, wie steht es mit der Diktatur? Löst sich die Demokratie nicht selber auf durch eine gewisse Unersättlichkeit in der Freiheit?

Wer ganz gerichtet ist auf eine einseitige Betrachtung der Erscheinungswelt, wird durch tiefe Einseitigkeit der wissenschaftlichen Bildung geblendet. Er erkennt nicht mehr, daß nicht die Erscheinungen selbst die Wahrheit sind, sondern das hinter ihnen liegende Leben; solches Wissen wird dann zu einem Halbwissen, weil es von der Erkenntnis der höchsten Wahrheit, des Ewigen, abführt.

Die Menschen werden nur durch die Macht des Gesetzes auf den Pfad der Gerechtigkeit hingedrängt.

Wo man sich stark genug fühlt zu Ungerechtigkeit, da ist man ungerecht.

Von zwei Übeln, wird niemand das größere wählen, wenn er das kleinere wählen kann.

Musik und Rhythmus finden ihren Weg zu den geheimsten Plätzen der Seele.

Ewig sucht jeder sein Gegenstück.

Begierden, Lust- und Schmerzgefühle von vielfachster Art wirst du vornehmlich bei Kindern, Weibern und Sklaven finden, auch bei der geringwertigen Masse der sogenannten Freien.

Vom Schönen, Weisen und Guten nähren sich die Flügel der Seele.

Wir können Kindern vergeben, daß sie Angst haben vor der Dunkelheit. Eine echte Tragödie wird es, wenn sie als Erwachsene Angst haben vor dem Tageslicht.

Sei gütig, denn alle Menschen, denen du begegnest, kämpfen einen.

Das Gute schafft die Ordnung, das Schöne ist sie.

Ich weiß nichts anderes, als daß jeder Mensch mehr Sorge tragen sollte, wie seine Kinder besser werden könnten als er selbst und seine Standesgenossen.

Ist der Mensch mäßig und genügsam, so ist auch das Alter keine schwere Last, ist er es nicht, so ist auch die Jugend voller Beschwerden.

Wenn die Seele denkt, tut sie nichts anderes als sich unterreden, indem sie sich selbst fragt und beantwortet, bejaht und verneint.

Kenntnis ist der Erschaffer des Erfolgs.

Es gibt drei Arten des menschlichen Charakters: Der Philosoph, der Ehrgeizige und der Habsüchtige.

Glücklich, wer im Alter zu einer wahren Anschauung von den Dingen gelangt.

Die Sinnenlust ist ein gewaltiger Köder.

Nicht nur der Greis kann zum zweiten Mal ein Kind werden, sondern auch der Betrunkene.

Das Leben ist eine kurze Verbannung.

Wünscht Gott einer Stadt sein Wohlwollen zu zeigen, bringt er in sie gute Bürger ein. Wünscht er es nicht, zerstört er die Stadt, indem er ihre guten Bürger aus dieser entfernt.

Meistens wird der Charakter jedes einzelnen durch seine Wünsche und durch seine psychische Gemütsart geformt.

Die Leidenschaften sind Rosse am Wagen der menschlichen Seele, deren Zügel die Vernunft führen soll.

Man baut leichter eine Stadt in die Luft, als einen Staat ohne Gott.

Nicht eher wird ein Aufhören der Übel im Staate, ja beim Menschengeschlechte stattfinden, als bis die Philosophen zur Regierung kommen.

Schönheit ist ästhetisch, praktisch und nützlich.

Der Mensch ist nicht für sich geschaffen, sonder zugleich für sein Vaterland und seine Mitmenschen.

So wie die Wölfe die Lämmer lieben, lieben die Liebhaber ihre Geliebten.

Wenn das Recht regiert, sind die Waffen überflüssig.

Philosophie ist das Studium des Todes.

Die Götter verkaufen dem Menschen Vergnügen um Arbeit.

Diejenigen, die über das Göttliche nicht gut reden, muß man nicht belehren, sondern bessern.

Eine Seele wird eher entmutigt bei starker geistiger Tätigkeit als bei körperlichen Anstrengungen.

Sterben heißt, initiiert zu werden.

Das ist der größte Fehler bei der Behandlung von Krankheiten, daß es Ärzte für den Körper und Ärzte für die Seele gibt, wo beides doch nicht getrennt werden kann.

Das ist der beglückteste Staat, in dem das Mein und Dein am wenigsten gehört wird.

Je weniger er weiß, desto fester glaubt er an das, was er weiß.

Die Seele, die nie Wahrheit erkannte, kann nie Menschengestalt annehmen.

Wir finden nur die Idee, die wir voraussetzten.

Dem Weibe sind seiner Natur nach sämtliche Berufe zugänglich.

Schönheit ist ein natürlicher Vorteil.

Der Liebende blickt in einen Spiegel, in dem er sein Selbst entdeckt.

Lebe wohl und suche zu tragen, was nicht zu ändern ist.

Sie beschwatzen nicht nur Einzelne, sondern auch ganze Städte, die sich auf diese Weise durch Opfer von ihren Sünden reinigen wollen. Sie haben nicht nur Sündenerlaß für noch Lebende, sondern auch Weihen für bereits Verstorbene, um dieselbigen in der jenseitigen Welt von allem Bösen zu befreien. Sie behaupten dabei Schreckliches stehe denjenigen bevor, die sich weigerten, die Opfer zu errichten.

Man muß jene, welche alles verkörpern und nur das Greifbare für wahr halten, vorerst besser machen, ehe man sie belehren kann.

Gerechtigkeit wird nur dort herrschen, wo sich die vom Unrecht nicht Betroffenen genauso entrüsten, wie die Beleidigten.

Wenn die Guten nicht kämpfen, siegen die Schlechten.

Eros führt zum Urwesen zurück, er will aus zweien eins machen und die Menschennatur heilen.

Gott ist des Weisen Gesetz, seine eigene Willkür das Gesetz des Toren.

Diejenigen, die zu klug sind, um sich in der Politik zu engagieren, werden dadurch bestraft werden, daß sie von Leuten regiert werden, die dümmer sind als sie selbst.

Es entstehen alle Kriege um den Besitz des Geldes wegen.

Die Erziehung zur Musik ist von höchster Wichtigkeit, weil Rhythmus und Harmonie machtvoll in das Innerste der Seele dringen.

Eros ist an Jahren und Ehren der reichste Gott, er, der die Menschen edel und selig macht, im Leben und im Tode.

Die Jugend soll nicht eher reisen, als bis sie die ganze Unbändigkeit des feurigen Alters abgeschäumt hat und die zum Reisen notwendige Klugheit und Geschicklichkeit besitzt.

Der Leib ist das Grab der Seele. Soma, sema.

Dem Untergang ist oft der Staat geweiht, Den Eisen und Erz bewachen.

Indem wir das Wohl anderer erstreben, fördern wir unser eigenes.

Liebe ist die Sehnsucht nach der Ganzheit, und das Streben nach der Ganzheit wird Liebe genannt.

Die Menschen lieben lernen ist das einzig wahre Glück.

Ein Hund hat die Seele eines Philosophen.

PLATON – lateinisch Plato
Begründer der abendländischen Denkens
(427  vChr in Athen oder Ägina / 347  vChr Athen)

 

ADIMLAR Europa Zeitschrift

 

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